Was sich 2027 ändert

Die Einspeisevergütung läuft aus. Lohnt sich Photovoltaik dann noch?

Kurze Antwort: ja. Aber die Rechnung dreht sich — und wer das versteht, baut seine Anlage heute anders als vor drei Jahren.

Stand: 9. Oktober 2026·SolaStar GmbH, Hille·Lesezeit 6 Minuten
Wichtig: Das ist noch kein geltendes Recht.

Die EEG-Novelle 2027 ist ein Regierungsentwurf. Das Kabinett hat ihn am 29. Juli 2026 beschlossen, die erste Lesung im Bundestag war am 24. September, der Bundesrat hat am 25. September Änderungen gefordert, die Anhörung im Wirtschaftsausschuss war am 5. Oktober 2026. Verabschiedet ist er nicht. Alle Zahlen auf dieser Seite geben den Entwurfsstand wieder und können sich im Verfahren noch ändern. Wir aktualisieren die Seite, sobald das Gesetz beschlossen ist.

Die kurze Antwort

Einspeisen war nie das Geschäft. Eigenverbrauch ist es.

Für eingespeisten Strom gibt es heute rund 8 Cent je Kilowattstunde. Für Strom, den du vom Versorger kaufst, zahlst du etwa 35 Cent. Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst statt sie einzuspeisen, ist also gut vier Mal so viel wert.

Genau deshalb ändert das Ende der festen Vergütung weniger, als die Schlagzeilen vermuten lassen: Der kleinere Teil der Rechnung fällt weg, der größere bleibt. Was sich wirklich ändert, ist die Frage, wie man eine Anlage sinnvoll auslegt.

Was der Entwurf vorsieht

Es geht um neue Anlagen bis 25 Kilowatt-Peak — also die typische Anlage auf einem Einfamilienhaus. Wer schon eine Anlage hat oder sie noch in diesem Jahr in Betrieb nimmt, ist nicht betroffen.

Inbetriebnahme bis 31.12.2026Inbetriebnahme ab 01.01.2027
Feste EinspeisevergütungJa — über die volle Laufzeit von 20 Jahren, wie zugesagt.Nein. Stattdessen eine befristete Übergangszahlung.
ÜbergangszahlungentfälltNach Entwurf 5,2 ct/kWh für 36 Monate.
DanachUnverändert bis zum Ende der 20 Jahre.Direktvermarktung an der Strombörse, nach Entwurf mit einem Bonus von 1,5 ct/kWh für 48 Monate.
BestandsschutzJa. An laufenden Anlagen ändert sich nichts.—

Der Zeitdruck im Gesetzgebungsverfahren hat einen nüchternen Grund: Die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission für das heutige EEG läuft zum 31. Dezember 2026 aus. Deshalb soll die Novelle noch im Herbst durch und zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Warum sich Solar trotzdem rechnet

Weil der Wert einer Anlage nicht daran hängt, was der Staat für deinen Überschuss zahlt, sondern daran, was du dir an Stromeinkauf sparst. Dieser Teil der Rechnung wird durch die Novelle nicht angetastet — im Gegenteil, er wird wichtiger.

Was sich ändert, ist die Auslegung. Eine Anlage, die darauf optimiert war, möglichst viel einzuspeisen, ist künftig die falsche Anlage. Richtig ist eine, die möglichst viel von dem, was sie erzeugt, im Haus behält — und die den Rest zum besten Preis verkauft statt zum festen.

Die drei Hebel, die ab 2027 zählen

01

Eigenverbrauch erhöhen

Mit Speicher landest du bei rund 70 % Eigenverbrauch statt bei 35 %. Das ist der größte einzelne Hebel — und er wird durch die Novelle nicht schlechter, sondern besser.

02

Strom günstig einkaufen

Was du doch aus dem Netz holst, muss nicht 35 Cent kosten. Mit einem dynamischen Tarif lädst du Speicher, Auto und Wärmepumpe dann, wenn der Börsenpreis unten ist.

03

Überschuss vermarkten

Was übrig bleibt, geht nicht mehr zum Festpreis weg, sondern wird am Strommarkt verkauft. Das kann mehr bringen als die alte Vergütung — ist aber keine garantierte Zahl.

Diese drei Hebel greifen ineinander. Ein Speicher ohne dynamischen Tarif lässt Geld liegen, weil er nur Sonnenstrom puffert statt auch billigen Netzstrom. Ein dynamischer Tarif ohne steuerbare Verbraucher bringt wenig, weil du nichts zu verschieben hast. Und Direktvermarktung ohne intelligentes Messsystem geht technisch gar nicht.

Wie wir das bei SolaStar lösen

Wir sind Partner von Spot my Energy und bekommen darüber alle drei Bausteine aus einer Hand: das intelligente Messsystem, den dynamischen Stromtarif und die Direktvermarktung. Das intelligente Messsystem bauen wir kostenfrei mit ein — es ist die technische Voraussetzung für alles Weitere, und ohne es läuft ab 2027 nichts.

Beim dynamischen Tarif werden die viertelstündlichen Börsenstrompreise der EPEX Spot direkt an dich weitergegeben, dazu kommt 1 ct/kWh netto Beschaffung. Nach oben bist du über einen Kostenairbag abgesichert: maximal 39 ct/kWh brutto im Monatsdurchschnitt. Den Anbieterwechsel übernimmt Spot my Energy komplett, kündigen musst du bei deinem alten Versorger nichts.

Die Steuerung läuft automatisch: Speicher, Wallbox und Wärmepumpe laden in den günstigen Stunden, ohne dass du etwas einstellen oder überwachen musst. Wie sich der Preis über den Tag verändert und was du in Hille wirklich zahlst, zeigt unsere Stromuhr zum dynamischen Stromtarif.

Die Direktvermarktung des Überschusses kostet Gebühren, aktuell 1,19 ct/kWh und 5,99 € im Monat. Bei kleinen Überschüssen bleibt davon wenig übrig. Wir rechnen dir aus, ob sie sich bei dir lohnt, statt sie pauschal zu verkaufen.

Für wen sich das trotzdem nicht lohnt

Wir sagen das lieber vorher als hinterher. Ein dynamischer Tarif bringt dir wenig, wenn du nichts hast, womit du den Verbrauch verschieben kannst — kein Speicher, kein E-Auto, keine Wärmepumpe. Dann zahlst du zwar den Börsenpreis, kannst ihn aber nicht ausnutzen, und am Ende steht ungefähr das, was ein normaler Tarif auch gekostet hätte.

Und eine PV-Anlage lohnt sich weiterhin nicht auf jedem Dach. Zu klein, zu stark verschattet, zu ungünstig ausgerichtet, Dach zu kurz vor der Sanierung — das kommt vor. Wenn wir uns dein Dach ansehen und es nicht passt, sagen wir dir das. Das kostet uns einen Auftrag und spart dir fünfstellig.

Was du jetzt sinnvollerweise tust

Wenn deine Anlage dieses Jahr noch ans Netz geht, bekommst du die feste Vergütung über volle 20 Jahre. Das ist ein echter Unterschied — aber sei dir im Klaren, dass Anfang Oktober für Planung, Netzanmeldung, Material und Montage bis Silvester sehr knapp ist. Wir sagen dir ehrlich, ob es bei dir noch realistisch ist, statt dir einen Termin zu versprechen, den niemand halten kann.

Und wenn es nicht mehr klappt: Das ist kein Beinbruch. Eine Anlage, die auf Eigenverbrauch ausgelegt ist, rechnet sich auch unter den neuen Regeln. Sie sieht nur anders aus — mit Speicher, mit steuerbaren Verbrauchern und mit einem Tarif, der mitspielt.

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Quellen und Stand

Angaben zum Gesetzentwurf nach dem Kabinettsbeschluss vom 29.07.2026 (Regierungsentwurf EEG 2027), der Stellungnahme des Bundesrats vom 25.09.2026 und dem Bundestagsverfahren bis zur Ausschussanhörung am 05.10.2026. Angaben zum dynamischen Stromtarif und zur Direktvermarktung nach den Partnerunterlagen von Spot my Energy, Stand September 2026. Preisangaben können sich ändern — maßgeblich ist das jeweils gültige Angebot. Diese Seite ist eine allgemeine Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Zuletzt geprüft: 9. Oktober 2026.

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